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The Trinidad Steel-Band

Side A
1. Somebody whisper to me (3'40")
2. Liza (3'04")
3. Coming Home (4'18")
4. Summertime (3'08")
5. Brown Skin Gal (1'51")
6. Carnaval's Bells (5'05")

Side B
7. Mary-Ann (3'05")
8. Yellow Bird (4'04")
9. Improvisation (6'53")
10. L'homme A La Grosse Tete (1'57")
11. Calypso Jazz Improvisatio (6'53")

Langspielplatte
TELDEC "TELEFUNKEN-DECCA" Schallplatten GmbH
Collection edited by Ariana Segal
Design: Helmut Ebnet, Milan
1975
Text: Übersetzung von Chris J. Evans

Christoph Columbus entdeckte auf seiner dritten Reise in die neue Welt am 31. Juli 1498 Trinidad. Zu Ehren der heiligen Dreifaltigkeit nannte er die Insel so, nicht nur weil seine Entdeckungsreise vom katholischen König Feerdinand und seiner Königin Isabella finanziert wurden, sondern auch wegen der drei Gipfel, die man aus der Ferne sieht. In seinem Schiffstagebuch beschreibt er die Antillen wie folgt: "Die Luft ist ziemlich süß, wie im April in Sevilla und es ist ein Vergnügen, sie einzuatmen, sie ist voller Parfum... die schönen Bäume rufen dunkle Schatten hervor, es gibt eine üppige Vegetation und viele Wasserfälle." Und obwohl er außer Papageien und Eidechsen keine weiteren Tiere erwähnt, bricht er über die Fische in Begeisterung aus: "Sie sind gelb, blau, rot, bunt in tausend Farben." Überzeugt davon, daß er West-Indien entdeckt habe (was damals Indien, China, Ost-Indien und Japan war), nannte er alle Bewohner der Karibik Indianer und beschrieb sie so: "Die Indianer sind gut gebaut...mit wunderschönen Körpern und Gesichtern."

Trotz der Schönheit der Insel trieben nur wenige Siedler und Schmuggler mit Kakao und Indigo Handel. Spaniens Interesse erwachte Anfang des 16. Jahrhunderts. Der Franzose Roume de Saint Lauren, der die Insel 1783 besuchte, war von der großen Faszination, die von der Insel ausging und den Möglichkeiten, die sie bot, überwältigt. Seinem Apell an die spanischen Behörden ist es zu verdanken, daß Trinidad bald zur reichsten Insel der Antillen wurde. Ende des 18. Jahrhunderts schickte England unter dem Vorwand, daß es mit Spanien im Krieg stehe, einen Expeditionstrupp. Am 18. Februar ergaben sich die Spanier Ralph Abercromby, dem Führer des englischen Feldzuges. 1802 erhielt England durch den Friedensvertrag von Amiens die Souverenität über die Insel, die jedoch seit 1963 unabhängig ist. Trinidad vibriert voller Lieder, Musik und Rhythmus. Afrikaner aus fernen Ländern brachten Trommeln mit, mit denen sie ihre Götter anbeteten. Durch Verbot der Trommeln glaubten die englischen Missionare, daß sie die eingewanderten Missionare dazu bringen könnten ihre Götter zu vergessen. Sie brachten ihnen neue Hymnen bei. Trotzdem fuhren die Afrikaner fort, ihre Lieder mit Händeklatschen zu begleiten. So entstanden die Negro-Spirituals. Da sich die Afrikaner auch weiterhin nach ihren Schlaginstrumenten sehnten, entwickelten sie ein eigenartiges Instrument, das sie aus den Deckeln von Waschkörben bauten. Diese improvisierte Trommel wurde einfach umgedreht und mit Wasser gefüllt, ein kleinerer Deckel schwamm obendrauf. da dies keine herkömmliche Trommel war, wurde sie nicht von den Missionaren verboten. Um 1930 kamen die Afrikaner in Port of Spain auf die Idee, ein neues Instrument aus Mülltonnendeckeln zu konstruieren. Trotz der Proteste vieler Hausfrauen, die die Deckel ihrer Mülltonnen verloren hatten, feierte dieses Instrument einen sensationellen Erfolg. Im zweiten Weltkrieg ließen die Amerikaner ungeheure Mengen von Metallteilen zurück, die die ansässigen Afrikaner in Steeldrums umwandelten. Hinzu kamen verschiedene Autoteile und Hupen und somit was die Steelband geboren. Es dauerte nicht lange bis man entdeckte, daß durch das Hämmern und Formen der Teile eine musikalische Tonleiter entstand.
Dies Instrument nannte man Casserole (Schmorpfanne); es schenkte dem Rhythmus Melodie.

Je nach Rasse und Stamm kamen Musiker zusammen, um eigene Steelbands zu gründen, wobei sie meistens Calypso spielten. Zur gleichen Zeit verursachten in Port of Spain Streitereien ein solches Durcheinander, daß die Musiker häufig ihre Instrumente zur Seite legten und sich mit scharfen Messer bewaffneten, um an den Kämpfen teilzunehmen. Bald setzte man den Namen Steelband gleich mit Mord. Es dauerte jedoch nicht lange, bis man auf diese Musik aufmerksam wurde und ihre Faszination entdeckte. Der Erfolg wurde zum Retter der Steelbands, die bald überall in der Karibik auftauchten. Dar Calypso enthält alle kulturellen Elemente, die die Insel beeinflußt haben. Der Rhythmus ist wahrscheinlich von afro-spanischer Herkunft, während das Wesen der Musik zweifellos von den Afrikanern stammt, die Texte sind englisch, die melodisch-harmonnische Struktur hat französischen Einfluß. Es wird allgemien angenommen, daß der Calypso auf den Plantagen geboren wurde. Den Sklaven wurde Sprechen während der Arbeit nicht erlaubt und deshalb suchten sie über das Singen Kontakt zueinander. Als die Sklaverei endlich verboten war, wurden aus den Songs Tänze, die beim Carneval von kleinen Orchestern gespielt wurden.
Woher kommt eigentlich der name Calypso? Sicher nicht von der Göttin gleichen namens. Wahrscheinlich stammt er vom Namen des ersten Schiffes, der Calypso, mit dem die Franzosen nach Trinidad kamen. Harry Belafonte hat den Calypso auf der ganzen Welt berühmt gemacht. Die Steelbands haben ihm einen neuen Ausdruck verliehen.



Musik:
Summertime (3'08")
The Trinidad Steel-Band